15.03.2016 bis 23.03.2016

 

Auckland

 

Wie wir von unserem Agenten erfahren haben, muss auch diesmal ein Transportunternehmen unseren VW-Bus an den Hafen bringen, da uns aufgrund der strengen Sicherheitsbestimmungen ein Zutritt am Hafen nicht gestattet ist. Also vereinbarten wir mit dem Transportunternehmen, dass wir unseren VW-Bus am nächsten Tag gegen 15.00 Uhr bei ihnen abliefern werden. Bis dahin hiess es putzen, putzen und nochmals putzen. Vorher haben wir jedoch alles aus dem Bus ausgeräumt, was in unser „Flug“-Gepäck kommt (inkl. Victorinox-Messer – Mirjam wollte diesmal auf Nummer Sicher gehen für den Fall, dass auch diesmal Langfinger am Werk sind). Anschliessend reinigten wir gründlich jedes Schränkchen, jede Schublade und jeden Schalter. Da die Einreisebestimmungen für Australien noch strenger sind als jene für Neuseeland, wollten wir nichts dem Zufall überlassen.

 

Für den nächsten Tag galt es, unserem VW-Bus nach der Innenreinigung auch noch eine gründliche Aussenreinigung zu verpassen. Und so gingen wir zu der Selbstwaschanlage, die uns Andrew empfohlen hatte und verbrachten dort fast zwei Stunden. Anschliessend stellten wir alle Dokumente zusammen, die fürs Verschiffen notwendig waren und lieferten unseren VW-Bus pünktlich um 15.00 Uhr beim Transportunternehmen ab. Während Martin mit dem VW-Bus voraus fuhr, folgte ihm Mirjam mit Andrews Auto: Ein rechtsgesteuerten Auto. Im Linksverkehr. Panik machte sich breit. Bis jetzt konnte sich Mirjam immer vor dem Fahren drücken, da Martin dies bisher immer und zum Glück auch gerne übernommen hat. Doch heute fasst Mirjam all ihren Mut zusammen und stellte sich der Herausforderung. Allerdings gab es zahlreiche Momente, in denen Mirjam den Entscheid bereut hatte, das Taxi zu sparen und Andrews Angebot mit dem Auto anzunehmen. Insbesondere bei zweispurigen Kreiseln und anschliessendem Spurwechsel. Glücklicherweise ging dann aber doch alles gut und wir manövrierten beide Fahrzeuge sicher an ihr Ziel. Nachdem wir unseren VW-Bus parkiert, die Papiere und den Schlüssel abgegeben hatten, hiess es einmal mehr Abschied nehmen von unserem geliebten Reisegefährten und ihn vertrauensvoll in fremde Hände zu geben. Diesmal ist uns dies – wohl auch wegen der Erfahrung mit dem Diebstahl – noch um einiges schwerer gefallen als beim letzten Mal.

 

Da das Schiff in drei Tage ablegen wird und anschliessend für vier Tage unterwegs sein wird, hatten wir entschieden, diese VW-Bus-freie Zeit in Auckland zu „überbrücken“. Dies natürlich erst, nachdem uns Russel und Andrew angeboten hatten, so lange bei ihnen zu bleiben, wie wir möchten. Wir verbrachten die nächsten Tage hauptsächlich mit Sightseeing, Shopping und „Büroarbeiten“ (inkl. Reisebericht). Nachdem wir bei den Jungs auch endlich wieder mal über ein gutes WLAN verfügten, nutzen wir dieses für diverse Skype- und WhatsApp-Anrufe. Zudem mussten wir uns noch neue Flugtickets besorgen, nachdem wir unseren Flug vom 5. März storniert hatten, weil wir noch ein bisschen länger in Neuseeland bleiben wollten. Allerdings wollten wir noch damit warten, bis wir sicher gehen konnten, dass unser VW-Bus den Hafen auch wirklich mit dem Schiff verlassen hat. Eine Mitarbeiterin des Transportunternehmens hatte nämlich kurzerhand für Verwirrung gesorgt, als sie sich bei unserem Agenten nach dem Verbleib des VW-Buses erkundigt hatte. Diese weil man offenbar vergessen hatte, den Transport- Auftrag nach erfolgter Auslieferung im System als erledigt zu erfassen. Unser Agent hatte uns dann kurz darauf informiert, dass es sich um ein Missverständnis handelte und alles planmässig verlaufen sei. Wir waren allerdings erst dann wirklich beruhigt, als wir unseren VW-Bus auch wirklich am Hafen vorgefunden hatten (Wir müssen unbedingt wieder lernen Vertrauen zu haben!).

 

Am Samstag, 19. März war es dann soweit. „Unser“ Frachtschiff hat (hoffentlich – wir arbeiten noch immer an unserem Vertrauen) mit unserem VW-Bus an Bord den Hafen verlassen. Wir konnten das Auslaufen des Schiffes per Zufall gleich live mitverfolgen, da wir uns zu diesem Zeitpunkt einmal mehr am Hafen aufhielten. Nachdem der Transport unseres vierrädrigen Reisegefährten unter (Schiffs-)Dach und Fach war, konnten wir auch endlich unseren eigenen Transport nach Brisbane sowie die ersten Nächte in Australien organisieren. Nachdem wir die letzten Tage beobachten konnten, wie stark die Flugticketpreise am Schwanken waren, konnten wir von Glück reden, dass wir uns für den 22. März zwei Tickets zu einem absoluten Schnäppchenpreis ergattern konnten. Für unsere ersten Nächte in Brisbane haben wir uns für ein Novum entschieden und uns auf der Internetplattform von Airbnb (Ein Community-Marktplatz für Buchung und Vermietung von privaten Unterkünften) angemeldet. Andrew hatte uns aufgrund von eigenen positiven Erfahrungen darauf aufmerksam gemacht und war uns auch gleich bei der Erstellung unseres Profils behilflich. Nach ersten Startschwierigkeiten (wir hatten versehentlich eine erhaltene Einladung abgelehnt) hatten wir eine tolle, preiswerte Unterkunft gefunden. Wir waren gespannt, was uns wirklich erwarten wird, doch die Fotos und die Beschreibung unserer Gastgeber sahen schon mal sehr vielversprechend aus.

 

Nachdem wir uns diesmal definitiv von Andrew und Russel verabschieden mussten (sie hatten jedoch bereits angekündigt, uns in der Schweiz zu besuchen), besorgten wir uns kurz nach Mittag ein UBER-Taxi (ein weiteres Novum), welches uns mit Sack und Pack komfortabel an den Flughafen chauffierte.