03.02.2016 bis 15.02.2016

 

Auckland – Waipu

 

Nachdem wir uns in der Stadt noch mit den fehlenden Campingutensilien und Lebensmittel für die nächsten paar Tage eingedeckt hatten, ging es anschliessend schnurstracks durch Aucklands Zentrum raus und entlang des State Highway (SH) Number 1 nach Waipu. Andrew hatte uns dort einen einfachen Campingplatz (lediglich mit Plumps-Klo und Kaltwasser-Duschen, dafür aber direkt am Meer) empfohlen. Die Fahrt verlief absolut problemlos. Martin chauffierte uns souverän durch den Linksverkehr, so als hätte er nie etwas anderes gemacht. Nachdem wir am späteren Nachmittag sicher auf unserem ersten Campingplatz angekommen waren, haben wir uns direkt hinter den Sanddünen ein schönes Plätzchen ausgesucht. Als Erstes machten wir uns daran, den Inhalt unserer Reisetaschen in die verschiedenen Schränke zu verstauen. Die Reisetaschen liessen sich anschliessend platzsparend zusammenrollen und in unserem Heck-Gepäckträger verstauen (Man merke: Koffer sind auf einer solchen Reise äusserst unpraktisch). Nach getaner Arbeit, holten wir unsere Badesachen raus und stürzten uns in die Fluten des erstaunlich warmen Pazifiks. Die anschliessend kalte Dusche in einer der Kabinen unter freiem Himmel sorgte dann aber doch noch für etwas Abkühlung. Und so verging der erste Tag unseres Roadtrips schneller als uns lieb war, weshalb wir uns entschieden, noch eine Nacht anzuhängen.

 

Den folgenden Tag starteten wir gemütlich mit unserem ersten Kaffee draussen in der Natur und verbrachten ihn unter anderem mit einem ausgiebigen Spaziergang am Strand. Wir waren erstaunt, wie sauber dieser war. Als wir dann aber doch noch ab und zu etwas Abfall fanden – hauptsächlich Plastik – fingen wir an, diesen auf unserem Weg einzusammeln, um ihn anschliessend auf dem Campingplatz ordentlich zu entsorgen. Dies waren wir diesem schönen Fleckchen Erde irgendwie schuldig... Die ausgenommenen Fische und den toten Pinguin überliessen wir jedoch der Natur. Zurück auf dem Campingplatz begegneten wir zwei Schweizerinnen, die uns natürlich prompt darauf angesprochen haben, wie es ein Fahrzeug mit Schweizer Kontrollschild bis nach Neuseeland schafft. Wir sind gespannt, wie oft wir noch darauf angesprochen werden.

 


Waipu – Whangarei – Russel

 

Unser nächster Reisetag führte uns erneut entlang des SH 1 bis nach Whangarei. Dort machten wir einen kurzen Stopp. Trotz leichtem Regen (Martin würde es „Fiserlen“ nennen), besichtigten wir die Whangarei Falls (24 m hoher Wasserfall über einer Basaltwand). Anschliessend entschieden wir uns, die SH1 zu verlassen und stattdessen einen Schwenk an die Ostküste zur Tutukaka Coast zu machen. Diese hügelige und kurvenreiche Route, welche leider mehr durch Wälder und Felder und nur selten dem Meer entlang führte, hat uns mehr Zeit gekostet, als sie dies wirklich wert war. Aus diesem Grund entschieden wir uns –  auch aufgrund des zunehmend trüben und nebelverhangenen Wetters – bei Hikurangi wieder auf den schnelleren SH1 zurückzukehren. Kurze Zeit später erreichten wir dann auch Kawakawa. Dort gibt es eine öffentliche Toilette, für welche Friedrich Hundertwasser nicht nur die Pläne dazu lieferte sondern auch am Bau selbst beteiligt war. Da wir jedoch grad keine Pinkelpause nötig hatten und wir beide absolute Kunst-Banausen sind, liessen wir dieses stille Örtchen links liegen und fuhren weiter Richtung Paihia. Obwohl der Himmel mittlerweile sämtliche Schläussen geöffnet hatte, entschieden wir uns trotzdem, von dort aus die Auto-Fähre rüber nach Russel zu nehmen. Unser Reiseführer hat diesen Ort als „romantisches 1000-Einwohner-Hafenstädtchen“ angepriesen. Zudem spielten wir mit dem Gedanken, eine Boots-Tour in die „Bay of Islands“ zu unternehmen, sollte das Wetter wieder besser werden. Aktuell sah es jedoch eher danach aus, dass dieses Vorhaben wortwörtlich ins Wasser fällt. Bei strömendem Regen sind wir auf unseren Campingplatz zugefahren. Wir hatten uns diesmal – auch aufgrund des Wetters – für einen komfortableren, wenn auch teureren Campingplatz entschieden. Da es sich um einen Top10 Campingplatz handelte, liessen wir uns gleich eine Mitgliederkarte ausstellen, da wir auf unserer Reise bestimmt noch öfters auf einem dieser Campingplätze logieren werden und dank dieser Karte von Rabatten profitieren können. Auf unserem zugewiesenen Stellplatz angekommen, wollten wir unseren VW-Bus am liebsten gar nicht erst verlassen. Es regnete und regnete und regnete. Nachdem wir unsere Top10-Wifi-Gratisdaten aufgebraucht hatten und uns langsam die VW-Bus-Decke auf den Kopf zu fallen drohte, schnappten wir unsere Regenjacken und machten uns in Kurzhosen und Flip-Flops auf in Richtung Hafenfront. So wirklich romantisch wie im Reiseführer beschrieben, präsentierte sich uns das Städtchen bei diesen stürmischen Bedingungen allerdings nicht. Wir hielten deshalb schon nach wenigen Schritten Ausschau nach einem gemütlichen Lokal, wo wir etwas trinken und vielleicht auch einen Happen Essen konnten. Zu unserem grossen Erstaunen waren jedoch viele Restaurants entweder gar nicht erst offen, bereits voll besetzt oder waren für unser Flip-Flop-und-kurze-Hosen-Outfit etwas gar zu edel. Als wir uns schon enttäuscht zurück zum Campingplatz begeben wollten, stiessen wir dann doch noch auf ein gemütliches Pub mit Live-Musik. Genau das, wonach wir gesucht hatten. Und so verbrachten wir dort einen gemütlichen Abend mit Fish&Chips, Bier/Wein und guter Gitarren-Live-Musik.

 


Russel – Waitangi – Matai Bay

 

Nachdem auch der nächste Tag noch immer kein eitel Sonnenschein versprach, haben wir unser Vorhaben mit einer Bootstour in die „Bay of Islands“ definitiv aufgegeben. Auch der Badestrand an der Oneroa Bay auf der östlichen Seeseite von Russel vermochte uns angesichts des trüben Wetters nicht wirklich zu reizen. Wie wir nach einem erneuten Spaziergang entlang des Hafens per Zufall mitbekommen haben, wurde heute am 6. Februar der Waitangi-Day gefeiert. Dieser etablierte sich nach dem Zweiten Weltkrieg als nationaler Feiertag. Aus diesem Grund entschieden wir uns, auf unserer Weiterreise bei Waitangi einen Halt einzulegen, um dort an den offiziellen Feierlichkeiten beizuwohnen. Wie wir feststellen mussten – sind gefühlte tausend weitere Touristen und Einheimische dem gleichen Plan gefolgt. Folglich war es ein ziemlich schwieriges Unterfangen, noch irgendwo einen freien Parkplatz zu ergattern. Bevor wir unnötig Zeit mit sinnlosem Herumfahren und Suchen vergäudeten, entschieden wir uns, NZD 10.- für einen Parkplatz auf einem Campingplatz auszugeben und uns zu Fuss zum Zentrum des Geschehens zu begeben. Doch wo war dieses Zentrum? Planlos folgten wir einfach mal dem Menschenstrom vor uns. Als wir uns diesen mal genauer unter die Lupe nahmen, stellen wir fest, dass wir von zahlreichen Maori umgeben waren, die auf langen Holzstäben aufgezogene Maori-Unabhängigkeitsflaggen sowie beschriftete Leintücher in die Höhe stemmten. Sind wir da etwa mitten in einen Protestmarsch reingeraten? Die Stimmung war jedoch ganz friedlich und so zogen wir inmitten dieses Menschenstroms vorbei an Vorgärten, wo die Einheimischen Grill- und Getränkestände aufgestellt hatten und den Besuchern unter anderem das traditionelle „Hangi“ anboten. Plötzlich hörten wir vom Ufer her kommend laute Rufe. Als wir uns umdrehten, sahen wir drei lange Kanus (Wakas) gefüllt mit traditionell gekleideten Maori, welche furchteinflössende Kriegsgebärden von sich gaben. Wir beobachteten einen Moment lang gebannt das Geschehen bis wir weiter in Richtung Waitangi National Reserve zogen. Ständig in Alarmbereitschaft. Irgendwie wollten wir dieser friedlichen Stimmung nicht so ganz trauen. Unsere Bedenken waren jedoch gänzlich unbegründet. Selbst als wir im Waitangi National Reserve ankamen und vor dem Whare Runanga (typisches Maori-Versammlungshaus) den hitzig geführten Reden lauschten (wir haben leider kaum etwas davon verstanden), gab es für die zahlreich anwesenden Polizisten keinen Grund einzuschreiten. Wir genossen verschiedene Vorführungen und Tänze der Maori, unter anderem auch hier wieder einen furchteinflössenden Haka und bestaunten das wohl längste Kriegskanu der Welt (Ngatokimatawhaorua). Allein der Rumpf verschlang beim Bau drei Kauri-Stämme. 150 Krieger und 80 Ruderer passen in das 35,7 m lange Boot, das nur zu besonderen Anlässen (wie heute) zu Wasser gelassen wird.

 

Am späteren Nachmittag ging es für uns dann weiter zur Karikari Peninsula. Ein Deutscher hatte uns den Tipp gegeben, dass sich am Matai Bay ein wunderschöner, weitgehend einsamer Strand mit einem einfachen DOC-Camping (Plumsklo, Kaltwasser-Duschen – diesmal jedoch mit Dach) befindet. Er hatte definitiv nicht zu viel versprochen. Es war paradiesisch dort. Nicht einmal das gewaltige Zirpen der neuseeländischen Grillen (nichts im Vergleich zu dem der Schweizer Grillen) konnte dieses Bild trüben. Uns gefiel es hier so gut, dass wir gleich eine weitere Nacht blieben und Mirjam dadurch die Gelegenheit bekam, ihren Geburtstag an einem wunderschönen Strand zu verbringen. Welche Februar-Geborene kann schon von sich behaupten, an ihrem Geburtstag in einem kristallklarem Meer gebadet zu haben? Unvergesslich! Traumhaft!

 


Matai Bay – Cape Reinga – Spirits Bay

 

Irgendwann hiess es aber auch hier: Auf zu neuen Ufern – im wahrsten Sinne des Wortes. Und so steuerten wir entlang des SH 1 und parallel zum Ninety Mile Beach (welcher in Wirklichkeit nicht einmal 90 km lang ist) Cape Reinga an: das „touristische“ Nordkap mit dem hoch über den Klippen thronenden Leuchtturm. Das „richtige“ geographische North Cape bilden die Surville Cliffs weit im Osten der Hauptstrasse, welche aber als nur über Maori-Land erreichbares Naturreservat kaum zugänglich sind. Die Maori nennen das Nordkap „Te Rerenga Wairua“, was auf Deutsch so viel heisst wie „Platz, an dem der Geist in die Unterwelt abtaucht“. In ihrer Mythologie ist hier ein heiliger Ort, von dem die Seelen der Verstorbenen auf ihre letzte Reise gehen. Sie lassen sich von den Wurzeln eines Pohutukawa-Baumes, der am Hang des Kaps wächst, in die Tiefe gleiten. Eigentlich ein besinnlicher Ort mit tiefgründiger Bedeutung. Angesichts der grossen Touristenströme, welche von zahlreichen Reisebussen ab- und wieder aufgeladen werden, geht diese spirituelle Stimmung leider gänzlich unter. So wie das touristischen Treiben rund um den Leuchtturm zeigt sich auch das Meer vor dem Kap: immer unruhig. Pazifik und Tasman Sea stossen hier zusammen und man kann ihr strömungsreiches Ringen deutlich erkennen. Ein eindrückliches Naturschauspiel, welches einen die vielen (asiatischen) Touristen rundherum fast vergessen lässt. Irgendwann wurde es uns dann aber doch zu hektisch und so gingen wir zurück zum Parkplatz, wo gerade ein neuseeländischer Car-Chauffeur ein Foto von unserem VW-Bus machte. Er zeigte sich begeistert darüber und meinte, dass er selber auch einen zu Hause stehen hat. In diesem Zusammenhang hat er uns dann auch gleich zu einem VW-Bus-Treffen in Auckland Ende Februar eingeladen. Wir müssen jedoch - zu Martins grossem Bedauern - leider ablehnen, da wir uns zu diesem Zeitpunkt bereits auf der Südinsel befinden werden.

 

Nach diesem netten Gespräch fuhren wir noch ein Stückchen weiter zu einer schönen Bucht am Spirits Bay, wo sich ein weiterer, einfach ausgestatteter DOC-Campingplatz (Open-Air-Kaltwasser-Dusche, Plumps-Klo) befindet. Wir stellten unseren Bus etwas weiter hinten ans Ufer. Dort wo sich zu diesem Zeitpunkt wegen Ebbe der leere Ausläufer der Bucht befand und genossen einmal mehr die wunderschöne Natur die uns umgab. Am späteren Nachmittag haben wir unsere Wanderschuhe geschnürt und uns auf den Weg zu einem vor uns liegenden Hügel gemacht. Auf dem Weg dorthin fauchte uns dann plötzlich irgendetwas aus einem Gebüsch am Wegrand an. Was war das für ein Tier? Wird es uns folgen und beissen?? Mirjam war ganz schön mulmig zumute, beruhigte sich jedoch damit, dass es in Neuseeland nicht wirklich viele Tiere gibt, die ihr gefährlich werden können. Nach 45 Minuten war dann auch schon der „Gipfel“ erklommen. Dort bot sich uns eine wunderschöne Aussicht auf die Bucht, den Pazifik und das bewaldete Hinterland. Allerdings hätte uns der rauhe Wind dort oben beinahe über die Klippen gefegt und so nahmen wir auch schon bald wieder den „Abstieg“ unter unsere Füsse. Diesmal ohne aus den Büschen angefaucht zu werden. Unten erwarteten uns dann auch schon unsere gediegenen Liegestühle. Wir liessen uns zurücklehnen und beobachteten, wie sich mit der Flut das Becken vor uns langsam wieder mit Wasser füllte. Herrlich, einfach nur dazusitzen und zu geniessen. Aus dem Nichts heraus spannte sich dann auch noch urplötzlich ein gewaltiger Regenbogen vor uns auf. So breit, dass er sich nicht mal in voller Grösse auf ein Foto brennen liess. Doch wo ein Regenbogen, da ist auch Regen. Und so wurde es auf einmal hektisch auf dem Campingplatz – ein Platzregen sorgte dafür, dass alles möglichst schnell ins Trockene gebracht wurde. Das Nachtessen mussten wir an diesem Abend zwangsläufig in unserer gemütlichen VW-Bus-Stube einnehmen. Es gibt wahrlich schlimmeres.

 


Spirits Bay – Te Paki Stream – Ahipara - Rawene – Hakianga Harbour Kaihu

 

Der nächste Morgen zeigte sich dann aber wieder von seiner goldigen Seite und so starteten wir uns gewohntes Ritual: Duschen, anziehen, Sonnencrème einschmieren und frühstücken. Anschliessend ging es weiter zurück auf des SH 1 in Richtung Kaitaia. Auch auf dem Rückweg haben wir uns nicht getraut, AUF dem Ninety Mile Beach zu fahren, obwohl dies auf seiner ganzen Länge erlaubt wäre. Wir wollten aber auf keinen Fall riskieren, mit unserem geliebten VW-Bus irgendwo im Treibsand festzufahren und es dann nicht mehr rechtzeitig vor der Flut zur nächstgelegenen Ausfahrt zu schaffen, welche zum Teil bis zu 30 km auseinanderliegen können. Es ist somit auch absolut nachvollziehbar, weshalb viele Autoverleiher das Befahren mit dem Mietwagen verbieten. Beim Te Paki Stream machten wir einen Stopp bei den gigantischen Wanderdünen, welche sich über 5 km ins Land vorgeschoben haben. Viele Touristen sausen mit Boards, welche für NZD 5.- bis 10.- in der Umgebung gekauft werden können, die Hänge runter. Wir verzichteten jedoch darauf und erkundeten die Sanddünen lediglich zu Fuss.

 

Noch bevor die ersten Reisebusse eine Ladung Touristen abliefern konnten, fuhren wir weiter nach Kaitaia wo wir den SH 1 verliessen, um einen Abstecher nach Ahipara zu machen. Unser Reiseführer versprach, dass kein anderer Ort so schön am Ninety Mile Beach läge und man vom Aussichtspunkt oberhalb des Zentrums einen ultimativen Blick auf diesen legendären Strand habe. Das wollten wir uns auf keinen Fall entgehen lassen. Bevor wir uns aber auf die Suche nach diesem Aussichtspunkt machten, hielten wir noch kurz für eine Pinkelpause. Zwei Schweizer Päärchen hatten unser Luzerner Kontrollschild bemerkt und für einen kurzen Schwatz angehalten. Von ihnen haben wir dann auch gleich ein paar Tipps für die Südinsel erhalten, welche wir dankbar entgegennahmen. Wir verabschiedeten uns wieder voneinander und machten uns kurze Zeit später auf den Weg zu diesem Aussichtspunkt. Wir folgten einer Strasse, welche schon bald in eine enge und steile Schotterpiste überging. Wir fuhren immer weiter hinauf bis wir auf eine Hochebene gelangten, wo uns langsam aber sicher Zweifel kamen, dass dies der richtige Weg zu diesem Aussichtspunkt war. Die Bestätigung, dass wir uns auf dem Holzweg befinden, erhielten wir kurze Zeit später, als uns plötzlich die vier Schweizer mit ihren Campervans entgegen kamen und uns bestätigten, dass diese Strecke in eine Sackgasse führe und sich dieser Aussichtspunkt wohl irgendwo anders verstecken muss. Und so drehten auch wir um und blieben bei diesem Manöver beinahe im Sand stecken. Glücklicherweise sind wir aber schnell und ohne fremde Hilfe wieder aus dieser misslichen Lage rausgekommen. Der Aussichtspunkt konnte uns nach diesem Erlebnis definitiv gestohlen bleiben. (Falls jemand von euch diesen Aussichtspunkt gefunden hat, würden wir die genau Wegbeschreibung dazu dann gerne dem Autor unseres Reiseführers weiterleiten.)

 

Anschliessend fuhren wir weiter auf asphaltierten Strassen durch Landschaften, die uns immer wieder mal an das hügelige Luzerner Hinterland erinnerten. Bei Kohukohu nutzten wir die Autofähre um rüber nach Rawene und von dort über Oponomi zum Hokianga Harbour zu gelangen. Die Ortschaft Opononi wurde im Sommer 1955 berühmt, als das Delfinweibchen Opo vor den Sränden auftauchte, Kunststücke vorführte, mit Kindern spielte und sich sogar reiten liess. Das Lied von „Opo the Friendly Dolphin“ wurde ein Kinderlied-Klassiker und die Story regte amerikanische TV-Produzenten in den 1960er-Jahre zur Erfolgsserie „Flipper“ an. Wir verzichteten aber darauf, die Skulptur Opo beim Spiel mit einem Kind zu fotografieren und hielten dort lediglich an, um uns auf einer öffentlichen Toilette zu erleichtern. Der Hokianga Harbour hatte mit seiner Dünenlandschaft von Kakahoroa am Nordufer dann weit mehr zu bieten. Die beste Sicht darauf bot sich uns hoch über dem Südufer an einem Aussichtspunkt (Signal Station - wo früher den Schiffen Wind- und Strömungsverhältnisse singalisiert wurden) gleich neben dem SH 12. Auf unserer Weiterfahrt verliessen wir die Küste und gelangten immer tiefer in den beeindruckenden dichten Waipoua Forest, wo wir dem höchsten existierenden Kauri-Baum im Lande einen Besuch abstatteten. Der rund 1200 Jahre alte Tane Mahuta (Gott der Wälder) beeindruckt mit einem Stammumfang von ca. 13,8 m und einer Höhe von 51,5 m. Und so blieben wir einen Moment andächtig vor diesem grossen Riesen sitzen. Ein intensiver Reisetag mit vielen zurückgelegten Kilometer liegt hinter uns. Wir entschieden uns deshalb, bereits wenige Kilometer weiter, bei Kaihu auf einen Campingplatz zu gehen, wo wir den Tag entspannt ausklingen liessen.

 


Kaihu – Thames

 

Für heute hatten wir einen langen Reisetag geplant. Nachdem wir kurz in einem wirklich schönen Souvenir-Shop Halt gemacht hatten und uns dort einen Glücksbringer aus Kauri-Holz besorgt hatten, welcher böse Menschen von uns fernhalten soll, ging die Fahrt durch wenig spektakuläres, flaches Farmland entlang des Wairoa Rivers weiter. Dort wo sich einst dichter Kauri-Wald erstreckte, liefert der Boden heute vor allem Kumara-Knollen (Süsskartoffeln). In Dargaville haben wir uns dann einmal mehr mit frischen Lebensmitteln und Bier (siehe Foto) eingedeckt. Da unser Kühlschrank nur beschränkt Platz zur Verfügung stellt, ist dies ca. alle zwei, drei Tage notwendig. Nach diesem kurzen Stopp ging unsere Fahrt auf dem SH 12 weiter, wo wir kurze Zeit später in den SH 1 einbogen um möglichst schnell voranzukommen. Unser nächstes Ziel: die Coromandel Peninsula. Ohne Halt gings weiter bis nach Thames. Dort wo einst ab 1867 während lediglich 5 Jahren ein exzessiver Goldrausch über die Stadt fegte, ist im Zentrum der Stadt noch viel Architektur des 19. Jahrhunderts erhalten geblieben. Wir stellten unseren VW-Bus auf einen Parkplatz am Strassenrand (mit einem grossen Wohnmobil wäre dies nicht möglich gewesen) und gönnten uns nach einem kurzen Stadtrundgang eine kühle Erfrischung an einem schattigen Plätzchen draussen vor einer Kneipe. Wir studierten dabei kurz unsere CamperMate-App und wählten einen Campingplatz ganz in der Nähe aus, da wir für heute schon genug gefahren sind. Dort haben wir es einmal mehr genossen, draussen an der Sonne auf unseren Luxus-Stühlen zu entspannen. Auch die vielen Enten, die sich nach und nach zu uns gesellten, störten unsere Ruhe kein bisschen. Lediglich beim Gang aufs WC musste man darauf achten, nicht in eines ihrer „Häufchen“ zu stehen.

 


Thames – Coromandel – Papamoa Beach

 

Am nächsten Tag waren wir bereit, die Coromandel Halbinsel zu entdecken. Wir hatten ganz schön hohe Erwartungen, wurde sie doch immer wieder in Reiseberichten als eines der Must-Sees in Neuseeland beworben. Und so fuhren wir los, entlang der Westküste mit Blick auf zahlreiche Buchten, die jedoch ziemlich viel Seegras oder Holz anschwemmten und somit nicht wirklich zum Baden einluden. Auf einem Hügel angekommen, von welchem man eine schöne Aussicht auf Coromandel Harbour hatte, machten wir kurz Halt. Anschliessend ging es weiter nach Coromandel Stadt. Auch sie präsentiert sich noch mit viel Kolonialzeit-Charme, welche noch vom Goldrausch 1852 erhalten blieb. Der dünn besiedelte Norden oberhalb Coromandel Stadt haben wir uns und unserem VW-Bus nicht zumuten wollen, da dieser gemäss Reiseführer mehrheitlich aus Schotterstrassen besteht und sich diese erfahrungsgemäss als mühsame Wellblech-Pisten entpuppen können. Deshalb ging es für uns weiter in Richtung Ostküste. Wir kurvten über Hügel, durch mehr oder weniger dichte Wälder oder entlang von landwirtschaftlich betriebenen Feldern und mit jedem Kilometer den wir hinter uns liessen, wurde das Wetter trüber und trüber. Nachdem dann auch noch Regen eingesetzt hatte, präsentierten sich uns die Ostküste leider nur noch in verschiedenen Grautönen anstelle von strahlend türkisblauem Meer und weissem Sandstrand, so wie man es sich von Reiseführer und Postkarten gewohnt war. Und so hatten wir irgendwie auch keine Lust, uns bei diesem trüben Wetter zu einem der schönen Strände wie Hahei oder zum bekannten Touristenmagnet, dem „Hot Water Beach“, zu begeben. Bei letzterem verstecken sich heisse Quellen im Sand, welche man sich zu einem privaten Hot Pot frei schaufeln kann. Allerdings ist dies nur in einem eng begrenzten Zeitfenster (Ebbe) möglich, nach welchem man sich vor Ort erkundigen kann. Ein heisses Bad wäre bei diesem Wetter zwar genau richtig gewesen, doch wollten wir dieses lieber nicht mit einem Haufen Touristen teilen. Und so fuhren wir weiter der Küste entlang. So lange bis endlich wieder die Sonne schien und wir uns beim Papamoa Beach südlich von Tauranga (von wo die meisten Kiwi-Früchte, die in Europa auf den Markt kommen, ihre Reise antreten) am Bay of Plenty nach einem Campingplatz umsahen. Hauptkriterium diesmal: Waschmaschine! Wir steuerten einen ziemlich preiswerten Campingplatz an. Doch als wir dort ankamen, präsentierte sich uns dieser mehr als kargen Parkplatz direkt an der Strasse denn als erholsames Nachtlager. Und so landeten wir schlussendlich auf einem (etwas teureren) Platz, bei welchem wir unsere Wäsche mit Blick aufs Meer aufhängen konnten. Da macht doch das Wäschewaschen gleich viel mehr Spass. Auf dem Campingplatz wurde Werbung für einen Ausflug auf die White Island gemacht. Nicht ganz günstig dieser Spass, bei welchem man mit Gasmasken (aufgrund der stinkenden Schwefelquellen) einen aktiven Vulkan mitten im Meer mit brodelndem Kratersee betreten kann. So wirklich gepackt hat uns diese Idee jedoch nicht und so liessen wir uns nicht auf dieses Touristen-Abenteuer ein. Stattdessen setzten wir uns zusammen, um bei einem leckeren und selbst gekochten Chili con Carne die nächste Route festzulegen.

 


Papamoa Beach – Matamata – Rotorua Taupo

 

Wir entschieden uns gegen den Pacific Coast Highway entlang der Ostküste (wir haben nun schon sooo viele Strände gesehen) und bewegten uns stattdessen in Richtung Mitte der Nordinsel auf den Spuren der „Herr der Ringe“-Filme. Sämtliche Kulissen in Neuseeland wurden mittlerweile wieder bis zum letzten Nagel entfernt. Nur ein kleines Dorf überlebte: „Hobbingen“ im Auenland auf einer Schaf-Farm nahe Matamata. Wir machten also einen kurzen Abstecher in dieses Niemandsland, in der Hoffnung, auch ohne überteuerte Touristen-Tour einen Blick auf die bekannt Filmkulisse zu erhaschen. Dort angekommen, stellten wir aber fest, dass man das Filmdorf halt doch nur mit einer geführten Tour, für welche man ca. NZD 80.- pro Person hinblättern musste, zu sehen bekam. Das war es uns dann doch nicht wert. Also ging unsere Reise weiter Richtung Rotorua, genauer gesagt in den Süden der Stadt, wo es im Thermalfeld Whakarewarewa überall brodelt, dampft, zischt und nach Schwefel müffelt. Wir besuchten im Te Puia Institute den Pohutu Geysir, welcher sein heisses Wasser mit ordentlich Druck bis zu 30 m in die Höhe jagen kann. Während unserer Anwesenheit liess er zwar nicht ganz so viel Dampf ab (obwohl wir geduldig darauf warteten), beeindruckend war es aber trotzdem. Ein Kiwi-Nachthaus (leider versteckten sich auch hier die Kiwi vor uns) sowie ein nachgebautes Maori-Wehrdorf mit typisch geschnitzten Fassaden komplettierten das Gelände. Die dargebotene Maori-Kulturshow mit viel Tanz und Gesang war ebenfalls sehr sehenswert, auch wenn der obligatorische Haka nicht mit gleich viel Inbrunst vorgetragen wurde, wie wir dies schon am TV oder auf Videos von den neuseeländischen Rugby-Spielern gesehen haben. Nach ein paar Stunden auf dem Gelände hatten wir dann aber genug Schwefel eingeatmet, weshalb wir die Nacht lieber etwas ausserhalb dieses Gebietes verbringen wollten. Wir fuhren deshalb weiter südwärts bis nach Taupo, wo wir unser Nachtlager auf einem äusserst luxuriösem Campingplatz aufgeschlagen haben. Nach einem grillierten Nachtessen konnten wir dort noch ausgiebig in der nagelneuen, grosszügigen Poolanlage entspannen. Herrlich!

 


Taupo – Tongariro Nationalpark

 

Auf dem Weg zum Tongariro Nationalpark machten wir kurz halt bei einer Tourist Information, um uns über mögliche Wanderungen - insbesondere das „Tongariro Alpine Crossing“ - zu informieren. Im „Herr der Ringe“-Film wurde die Bergwelt des Central Plateaus zum düsteren Mordor und der Mount Ngauruhoe zum Schicksalsberg Mount Doom. Bevor wir aber gleich einen Shuttle-Service zu einem Ausgangs- bzw. Endpunkt buchen wollten, hielten wir erst mal bei einem Kaffee Ausschau nach einem geeigneten Campingplatz. Und so stiessen wir auf den perfekten Rundumservice des Discovery Campingplatzes, welcher auch gleich Fahrten zum Ausgangs- bzw. Endpunkt des „Tongariro Alpine Crossings“ anbietet. Als wir am frühen Nachmittag beim Campingplatz eincheckten, brachte auch gleich ein solcher Shuttle-Bus die ersten Wanderer von ihrem Crossing zurück. Wir musterten jede einzelne Person und versuchten Rückschlüsse daraus zu ziehen, ob diese 19,4 km lange (765 m Aufstieg, 1'126 m Abstieg) auch für uns machbar ist. Jene, die uns kennen, wissen, dass man uns nicht gerade zu den fittesten Berg-Gemsen zählen kann. Nachdem uns aber versichert wurde, dass keinerlei Kletterkünste verlangt werden und auch das Wetter die besten Bedingungen bot, buchten wir den Shuttleservice für den nächsten Tag. Für den heutigen Tag hätten wir eigentlich einen Büro-Tag vorgesehen, um endlich ein paar Berichte zu verfassen und Fotos zu sortieren. Doch ausgerechnet heute wollte das Ladekabel unseres Notebooks nicht mehr funktionieren. Martin versuchte vergeblich, das Problem zu lösen und so gaben wir resigniert auf und haben stattdessen mal wieder unsere E-Books hervorgeholt um darin zu lesen. Vielmehr als Faulenzen und den Rucksack für den nächsten Tag zu packen, haben wir heute nicht gemacht. Es galt ja schliesslich auch, die Energie für die bevorstehende Wanderung zu sparen. Im Laufe des Nachmittages und Abends füllte sich der Campingplatz mehr und mehr und da wir in der Nähe der Küche und Toiletten standen, wurden wir oft auf unseren VW-Bus mit Schweizer Kontrollschild angesprochen. So auch von einem Päärchen aus Nürnberg, Nico und Katja, welche sich direkt neben uns eingerichtet hatten. Die beiden haben zu Hause in Deutschland ebenfalls einen VW-Camper. Diese Gemeinsamkeit hat gleich das Eis gebrochen und endete in einem gemütlichen Abend bei einem Glas Wein/Bier (oder auch zwei). Nachdem es um uns herum bereits dunkel und still geworden ist, zogen auch wir uns gegen 23:00 Uhr in unser Schlafgemach zurück. Schliesslich wollten wir fit sein für unsere Wanderung am nächsten Tag.

 

Dieser kam leider viel früher als uns lieb war. Um 4.30 Uhr riss uns der Wecker aus unseren Träumen. Um uns herum herrschte bereits ein emsiges Treiben. Während die einen noch ein aufwendiges Frühstück (oder Lunchpaket) vorbereiteten, waren die anderen dabei, sich für die bevorstehende Wanderung auszurüsten. Es schienen nicht alle das gleiche Wetter zu erwarten. Während die einen lediglich Kurzhosen und T-Shirts trugen, gab es solche, die mindestens drei Lagen (ohne Unterwäsche und Jacke) trugen. Beim Besteigen des Busses erkundigte sich der Chauffeur danach, ob man (im Fall der Fälle) eine Regenjacke bei sich hat. Falls nicht hätte er noch eine zur Verfügung gestellt. Als wir beim Ausgangspunkt ankamen, war es noch immer dunkel. Doch bereits nach wenigen Schritten fing es an zu dämmern. Wunderschön! Ausser unserer Gruppe – ca. 16 Personen – und ca. 6 weiteren war noch niemand unterwegs auf diesem Wanderweg. Wir liessen eine Gruppe Plappermäuler an uns vorbeiziehen, so dass wir die Ruhe um uns herum geniessen konnten. Nach einem leichten Einstieg mit nur wenig Steigung, ging es dann irgendwann doch noch steil bergauf, was uns dann doch ziemlich ausser Atem gebracht hat. Umso mehr genossen wir die grandiose Aussicht, als wir endlich beim höchsten Punkt angekommen waren. Es war beeindruckend in diesem faszinierenden Vulkangebiet unterwegs zu sein. Dieses Farbenspiel mit den verschiedenen Erdtönen und den türkisblauen Seen. Wir konnten uns kaum sattsehen. Der Abstieg vom höchsten Punkt forderte nochmals unsere ganze Konzentration. Es ging über Sand und Geröll steil bergab und da es mittlerweile immer mehr Leute auf diesem Wanderweg unterwegs hatte, war höchste Vorsicht geboten. Wir stellten fest, dass es am einfachsten ging, wenn man sich möglichst leichtfüssig durch den Sand gleiten ließ (fast wie mit Schneeschuhen durch Pulverschnee). Nachdem dieses Teilstück geschafft war, ging es auf flachen Pfaden weiter, bevor es dann ca. 10 km lang fast nur noch bergab ging. Unterwegs versorgten wir noch eine Kanadierin mit Compeed-Blasenpflaster. Die Arme lief wie auf rohen Eiern. Allerdings mussten wir schon auch etwas den Kopf schütteln, als sie uns sagte, dass sie sich bereits mit Blasen an den Füssen auf diese 19,4 km Wanderung begeben hat. Wahnsinn! Als wir bei der Ketetahi-Hütte eine kurze Trink- und WC-Pause machten, stiessen Nico und Katja dazu, welche am Morgen ca. eine halbe Stunde nach uns zum Ausgangspunkt chauffiert wurden. Als wir uns wieder auf den Weg machten, witzelten Nico und Mirjam noch darüber, dass nun lediglich noch ein leichtes Auslaufen vor uns liegt. Wer hätte auch ahnen können, dass uns die verbleibenden 6 km noch derart an unsere physischen Grenzen bringen werden. Bis auf die letzten 2-3 km waren wir in diesem kargen, baumlosen Gebiet nämlich voll der Sonne ausgesetzt und diese brannte (es war mittlerweile Mittag) unbarmherzig auf uns runter. Zudem waren die Pfade mit einer Art Gitterrost ausgelegt, was dafür sorgte, dass uns dieser Marsch talwärts mehr und mehr in die Knie ging, da die Schritte nicht von einem weichen Untergrund abgefedert wurden. Irgendwann liefen wir einfach nur noch wie fremdgesteuerte Roboter unserem Ziel entgegen. Als wir endlich beim Ausgangspunkt angekommen waren, waren wir erleichtert und froh, dass wir nur wenige Minute später fahrplanmässig vom Shuttledienst abgeholt wurden. Beim Campingplatz angekommen, zogen wir auch gleich unsere Wanderschuhe aus und genossen ausgiebig die langersehnte Dusche. Anschliessend lagen wir herum wie tote Fliegen und setzten uns erst wieder in Bewegung um uns ein Nachtessen zuzubereiten und den Tag zusammen mit unseren deutschen Nachbarn ausklingen zu lassen.

 


Tongariro Nationalpark – Wellington – Picton (Südinsel)

 

Am nächsten Tag verabschiedeten wir uns von Katja und Nico, welche zwar auch wie wir nach Wellington und anschliessend weiter zur Südinsel fuhren. Im Gegensatz zu ihnen hatten wir die Fähre rüber zur Südinsel jedoch noch nicht gebucht und auf dem Campingplatz im Stadtzentrum (direkt bei der Fähren-Station) auch keinen freien Platz mehr ergattern können. Somit wussten wir noch nicht, wo wir heute Abend landen würden. Auf unserer Fahrt Richtung Wellington folgten wir dem SH 4 bis nach Wanganui und von dort über Palmerston weiter nach Wellington. Als wir kurz vor 16.00 Uhr in Wellington ankamen, begaben wir uns auch gleich zur Fähren-Station des „Interislander“ (mit unserer Top10 Camping-Mitgliederkarte hatten wir dort 10% Rabatt). Wir hatten Glück und konnten uns noch ein Ticket für die 17.00 Uhr-Fähre ergattern. Die Stadt Wellington werden wir dann auf unserer Rückreise genauer unter die Lupe nehmen. Jetzt freuten wir uns erst mal auf die Südinsel und genossen die ruhige Abendfahrt auf der 96 km langen Seestrecke von Wellington nach Picton – eine der schönsten Fährstrecken der Welt.

 

Nach ca. drei Stunden erreichten wir den Hafen von Picton. Wir gingen vom Deck runter zu unserem VW-Bus und beteten, dass die betrunkenen Fahrgäste im Auto hinter uns nicht noch auf uns auffahren. Als wir vom Schiff runter waren, liessen wir sie an uns vorbeiziehen. Sicher ist sicher. Als wir beim Campingplatz ankamen, waren wir froh, dass wir bereits unterwegs einen Platz reserviert hatten (sie waren restlos ausgebucht). Noch bevor wir uns auf unserem Platz einrichten konnten, wurden wir von einem älteren Zürcher Ehepaar auf unseren VW-Bus mit Luzerner Kontrollschild angesprochen. Wir folgten ihrer Einladung zu einem Glas Wein und tauschten gegenseitig unsere bisherigen Reiseerfahrungen aus bis wir uns irgendwann gegen 23.00 Uhr aufs Ohr legten.